Über das "Schwäbische Meer" von Hagnau nach Güttingen - Bericht der ersten Gruppe
Ende November 1962 begann der Kälteeinbruch, der ununterborchen Temperaturen von 5 - 10º einbrachte.
In den letzten Januartagen 1963, als die anhaltende
Kälte auf 15 - 20º absank, dehnte sich das Eis auf dem See immer weiter aus.
Am Mittwoch, den 6. Februar 1963 gegen 9.30 Uhr versammelten sich am Ufer vor dem Haus Karl Müller, Klaus Winder, 22 Jahre, - Berthold Arnold, 25 Jahre,
und die Brüder Konrad und Manfred Maier, 24 und 17 Jahre, um über das Eis an das Schweizer Ufer zu gehen.
Sie waren ausgerüstet mit einem Rodelschlitten, einem
40 m langen Seil, einer 15 m langen Leiter, einem Paar Skier, einem Kompass, einem Fernglas, einer Trompete und einem Matchsack, der Unterwäsche für einen Mann enthielt.
Hermann Urnauer und Manfred Meichle, 20 Jahre, schlossen sich an, als wir uns gerade vom Ufer entfernt haben. Josef Ritter, 17 Jahre, war schon vor den anderen vier allein aufgebrochen und etwa 3 km auf dem Eis vorgedrungen. Im Nebel verlor er die Orientierung, kehrte um und stieß zu uns. Wir waren also 7 Mann hoch.
Hermann Urnauer fand einen Haubentaucher, der erschöpft auf dem Eis saß, hob ihn auf und brachte ihn ans Ufer. Rasch hatte er uns Kameraden schlittschuhfahrend wieder eingeholt. Das Eis war glatt, ohne Spränge und Risse und war mit feinem Rauhreif bedeckt. Wir kamen gut voran. Je weiter wir vordrangen, um so dichter wurde der Nebel.
Langsam tasteten wir uns vor. Manfred Meier übernahm die Spitze, da er das geringste Gewicht hatte und auf Skiern ging, welche das Gewicht gleichmäßig auf dem dünnen Eis verteilten. Im Abstand von 8 - 12 Metern folgten Winder, Urnauer, Konrad Maier, Berthold Arnold und Josef Ritter, der die Leiter zog.
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